Im Fall der Annullierung eines Fluges sind Luftfahrtunternehmen nach dem Unionsrecht unter Umständen verpflichtet, an die betroffenen Fluggäste Ausgleichszahlungen zu leisten. Diese Ausgleichszahlungen können je nach Entfernung zwischen 250 und 600 Euro betragen. Die Verpflichtung zu solchen Ausgleichszahlungen ist allerdings dann nicht gegeben, wenn das Luftfahrtunternehmen nachweisen kann, dass die Annullierung des Fluges auf „außergewöhnliche Umstände“ zurückgeht, die sich auch dann nicht hätten vermeiden lassen, wenn alle zumutbaren Maßnahmen ergriffen worden wären. Der Betrieb von Flugzeugen bringt jedoch unausweichlich technische Probleme mit sich. Im Hinblick hierauf können jedenfalls technische Probleme, die sich bei der Wartung von Flugzeugen zeigen oder infolge einer unterbliebenen Wartung auftreten, als solche keine „außergewöhnlichen Umstände“ darstellen. (EuGH, Aktenzeichen C-257/14, Urteil vom 17. September 2015)

Zivilrecht. Bei Rückfragen wenden Sie sich an: Rechtsanwalt Billerbeck