Nach einem Urteil des EuGH vom heutigen Tag stellt eine Unternehmensregel, die das sichtbare Tragen jedes politischen, philosophischen oder religiösen Zeichens verbietet, keine unmittelbare Diskriminierung dar. Arbeitgeber können ihren Arbeitnehmern daher verbieten, am Arbeitsplatz ein Kopftuch zu tragen, wenn sie zugleich alle anderen weltanschaulichen Zeichen verbieten und gute Gründe dafür haben. Entscheidendes Kriterium für die Zulässigkeit einer solchen Regel ist, das sie tatsächlich neutral gegenüber den Religionsgruppen ist. Zielt die Regel darauf ab, nur die Anhänger einer bestimmten Weltanschauung in der Ausübung und dem Bekenntnis zu ihrer Religion einzuschränken, ist sie als diskriminierend zu werten und nicht rechtens. In Deutschland sind Kopftücher am Arbeitsplatz mit Einschränkungen im Prinzip erlaubt. (EuGH, Rechtssachen C-157/15 und C-188/15)

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